Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der SEEBURGER AG haben wir unserem CEO einige Fragen gestellt.
Von der Garage in die Chefetage
16. August 2011 –Bernd Seeburger blickt auf eine ereignisreiche Firmengeschichte zurück, vom „Garagenunternehmen“, das als Ein-Mann-Betrieb gestartet ist, hin zum global expandierenden B2B-Integrationsspezialisten und Solution Provider.
SEEBURGER ist seit 25 Jahren erfolgreich im Bereich B2B-Integrationslösungen tätig. Sie selber bezeichnen sich als EDI-Urgestein. Wie erklären Sie sich den anhaltenden Erfolg?
EDI-Urgestein, vielen Dank für das Kompliment. Die SEEBURGER AG feiert dieses Jahr 25-jähriges Firmenjubiläum – 1986 hat das alles begonnen mit einer MS-DOS-Lösung „ELKE“ auf einem PC mit 10 MB Festplattenspeicher. Damals waren weibliche Vornamen als Produktnamen verbreitet und so nannten wir unser Produkt ELKE und erklärten es als Elektronische Kommunikations Einrichtung. Das war die Basis für alle Weiterentwicklungen. So haben heute noch etliche Kunden unsere erste Windows-Lösung, die WinELKE, noch immer erfolgreich im Einsatz.
Wir sind sehr stolz, dass aus diesen Anfängen heraus inzwischen etwa 8500 Kunden weltweit unsere Produkte im Einsatz haben. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen unseren Kunden für das in uns gesetzte Vertrauen und die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit bedanken.
SEEBURGER steht heute weltweit als Synonym für Business Integration über alle Unternehmensgrenzen hinweg. Wir haben unser B2B-Integrations-Know-how kontinuierlich weiterentwickelt, um heute eine komplette Lösungs-Suite für alle Integrationsbedürfnisse und Geschäftsprozesse anbieten zu können. Unsere Business Integration Suite ist einzigartig. Wir bieten Unternehmen jeder Grösse eine universelle Integrationsplattform für alle B2B-Szenarien, decken alle Branchenstandards und -prozesse sowie alle Medien ab. Alles aus einer Hand und auf einer Plattform ist unser Fokus. Mit diesem umfassenden Offering kann meiner Meinung nach kein Anbieter im Markt konkurrieren. Deshalb werden wir ja auch von den führenden IT-Analysten hervorragend bewertet.
Und: SEEBURGER ist eines der wenigen Softwareunternehmen, das nach wie vor eigenständig und inhabergeführt ist. Unsere Strategie ist nicht kurzfristig Shareholder-Value-orientiert, sondern nachhaltig kundenorientiert: Die beste Lösung für unsere Kunden. Und das wissen unsere Kunden auch zu schätzen.
Wie sehen Sie die Entwicklung im Bereich der Geschäftspartnerintegration?
Lassen Sie mich einen Blick zurückwerfen, warum EDI aus dem Geschäftsleben nicht mehr wegzudenken ist. In den 80er Jahren standen die Themen schnellere Übertragung als der Postweg und Fehlerfreiheit der Daten (kein manuelles Erfassen der Bestellung bei Empfänger) im Vordergrund, um Lagerbestände zu reduzieren. Das Ziel, die Reichweite der Lagerbestände zu reduzieren wurde z. B. in der Automobilindustrie eindrucksvoll erreicht. Fokus war aus Sicht der grossen Hersteller und der Handelskonzerne die Integration ihrer vielen Lieferanten.
Dies ist auch heute noch die Hauptmotivation für den elektronischen Datenaustausch. Aber zunehmend sehe ich die Tendenz bei den Anwendern, nun auch die Zulieferer der Zulieferer entlang der Supply Chain komplett zu integrieren und auch den Trend, mehr und mehr Prozesse im Sinne von Kollaboration zwischen den Partnern elektronisch im Web abzubilden. Die nächste Phase ist dann, die Kollaboration in der „Cloud“ als any–to–any-Beziehung mit zwei oder drei Mausklicks einzurichten.
Da sehe ich die Zukunft, dass neue Geschäftspartner einfach per Klick in die Lieferkette integriert werden können.
Ein weiteres großes Thema heute und in der Zukunft ist die Prozesssicherheit und Nachvollziehbarkeit im Sinne einer umfassenden Compliance, auch für unstrukturierte Daten. Hier werden wir unsere Datendrehscheibe dahin gehend erweitern, dass beispielsweise auch für Ad hoc-Datentransfers, die heute eher über FTP-Server laufen, vorhandene Unternehmensrichtlinien (wer darf welche Daten übertragen?) beachtet und protokolliert werden.
Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung von SEEBURGER? Welche Ziele möchten Sie erreichen? Stehen neue Produkte oder Dienstleistungen in der Pipeline?
SEEBURGER wird auch weiterhin die strategische Ausrichtung einer ganzheitlichen Geschäftsprozessintegration erfolgreich umsetzen. Mit einem umfangreichen Produktportfolio und unserem langjährigem Branchen-Know-how werden wir auch in Zukunft unseren Kunden optimale Lösungen bieten. Der Markt hat dieses Angebot begrüsst und dadurch haben wir die letzten Jahre unsere globale Präsenz auch sehr gut ausbauen können. 2011 steht für uns im Zeichen des globalen Wachstums und der „Wolke“. Themen wie Outsourcing, Cloud Computing und Managed File Transfer haben strategische Priorität. Allein im Bereich Outsourcing/Managed Services/Cloud-Services konnten wir in den letzten Jahren hohe Wachstumsraten erzielen und erwarten auch in den kommenden Jahren ein sehr hohes Wachstum. Darüber hinaus werden wir weitere Lösungen in SAP und für andere ERP-Systeme anbieten, um eine wirklich allumfassende Verarbeitung von unternehmensübergreifenden Geschäftsvorfällen und dem dazugehörenden End-to-End-Monitoring sicherzustellen.
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Bernd Seeburger wird auf dem 6. GS1 Forum CommID am 14. September in Bern die Keynote halten. Hören Sie die „Erfolgsvision eines EDI-Urgesteins“ und wie er die Zukunft für EDI/B2B sieht.
